Masterclass: Diversifiziere deinen Traffic
geschrieben von Richard Towey am 8 Minuten zum Lesen
UFurnish und wecantrack zeigen dir, woher deine BesucherInnen kommen und wie du mehr von ihnen in KundInnen verwandelst.

Masterclass: Diversifiziere deinen Traffic
Die Diversifizierung der Traffic-Quellen war für PartnerInnen noch nie so wichtig wie heute.
Da KI-gestützte Tools die Sichtbarkeit über organische Rankings zunehmend beeinträchtigen könnten, sollten PartnerInnen möglichst schnell neue Besucherquellen erschließen.
Doch Umbrüche bringen oft auch neue Chancen mit sich.
Ein Blick auf Awin's Daten zeigt: Plattformweit ging der Traffic im März 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 15 % zurück. Advertiser, die ihr Tracking aktualisiert haben, berichteten im gleichen Zeitraum von einer um 6,4 % höheren Conversion Rate.
Auch wenn der Traffic zurückgeht, steigt die Conversion Rate der verbleibenden BesucherInnen, vorausgesetzt, du hast die passende Infrastruktur, um sie zu identifizieren.
Deshalb ist es heute wichtiger denn je, zu verstehen, woher deine BesucherInnen kommen und was genau sie auf deiner Website tun. PartnerInnen, die diese Fragen beantworten können, sind klar im Vorteil.
Sie können ihre Traffic-Quellen diversifizieren, gezielt in Zielgruppen investieren, die besonders gut konvertieren, und eine Marke aufbauen, nach der Menschen bewusst suchen, statt sie nur zufällig zu entdecken.
Um dieses Thema genauer zu beleuchten, waren kürzlich Raymond Wright, Co-Founder und Chief Commercial Officer der Möbel-Vergleichsplattform uFurnish.com, sowie Sirio Küpper, Co-Founder und CEO der Affiliate-Datenlösung wecantrack, zu Gast im Awin-Win Marketing Podcast. Gemeinsam sprachen sie darüber, wie eine solide Datenbasis zu besseren Insights, einer stärkeren Diversifizierung und mehr Markenbekanntheit beiträgt und so nachhaltiges Wachstum ermöglicht.
Hör dir die komplette Podcastfolge an oder lies unseren Masterclass-Artikel mit den wichtigsten Tipps.
Fragmentierte Daten sind dein größter Feind
Die Geschichte hinter wecantrack macht eines der häufigsten Probleme der Branche deutlich. Bevor Sirio wecantrack gründete, betrieb er ein Deals- und Rabattcode-Partnerprogramm. Jeden Monat musste er sich für die Zuordnung in rund 200 verschiedene Netzwerk-Accounts einloggen, Daten exportieren und alles manuell abgleichen.
Sirio: „Wir hatten im Grunde überhaupt kein Tracking. Wir konnten zwar Sessions und Klicks tracken, wussten aber nicht, was letztlich zu einer Conversion geführt hat. Jeden Monat mussten wir unsere Provisionsdaten aus den Affiliate-Netzwerken zusammentragen. Das bedeutete jede Menge Handarbeit und war eigentlich völlig überflüssig. Letztlich war das einfach reine Zeitverschwendung.“
Das eigentliche Problem war die fehlende Standardisierung in den Netzwerken. Da jede Plattform Tracking-Parameter, Postbacks und APIs unterschiedlich handhabte, war eine kontinuierliche Pflege erforderlich. Für uFurnish stand diese Fragmentierung auch einem größeren Ziel im Weg: dem Aufbau einer Datenplattform, die fundierte Entscheidungen ermöglicht.
Ray: „Wir haben uns angesehen, wie die Netzwerke aufgebaut sind und welche Herausforderungen wecantrack löst. Ihr Fokus lag darauf, Probleme durch verstreute Informationen, Unstimmigkeiten und ähnliche Herausforderungen zu lösen. Und ganz ehrlich: Wir wollten diese Lösung nicht selbst entwickeln.“
Klicks fälschlicherweise als Conversions zählen
Sobald alle Daten zusammengeführt wurden, stellen die meisten PartnerInnen zunächst etwas Unangenehmes fest.
Sirio: „Viele Publisher gehen davon aus, dass das Klick-Tracking zeigt, was tatsächlich zu Sales führt. Sie glauben: ‚Wenn ich auf dieser Seite viele Klick-Outs generiere, bedeutet das, dass sie auch viele Sales erzielt.‘ Aber das stimmt nicht.“
Der Aha-Moment kommt, wenn PartnerInnen zum ersten Mal sehen, dass Seiten mit viel Traffic kaum Umsatz generieren, während Seiten mit weniger Traffic deutlich besser performen.
Für uFurnish lieferte die richtige Zuordnung eine noch erfreulichere Erkenntnis: welche Zielgruppe die höchste Conversion Rate hat.
Ray: „Die engagiertesten User, die letztlich auch gekauft haben, kamen tatsächlich über die organische Suche oder direkt auf unsere Website. Genau das verdanken wir wecantrack. Ohne sie hätten wir diese Transparenz nicht gehabt. Ohne wecantrack hätten wir unser Business nicht in diesem Maß skalieren können.“
Vor dem Hintergrund von Awin’s CPI ist genaues Tracking sowohl für Advertiser als auch für PartnerInnen zu einem wichtigen Thema geworden. Es gibt zwar Herausforderungen, aber auch die richtigen Lösungen. Ein gutes Beispiel ist Button: Die Plattform bietet deutlich detailliertere Insights in die Daten aus mobilen Apps.
Diversifiziere deine Traffic-Quellen rechtzeitig
Für PartnerInnen, die hauptsächlich auf SEO setzen, kann schon ein einziges Algorithmus-Update erhebliche Folgen haben. Sirio erklärt, welche Folgen das Nichtstun haben kann.
Sirio: „Wer nicht diversifiziert, sollte sich nicht wundern, wenn es früher oder später Probleme gibt. Am besten beginnst du schon heute damit, deine Traffic-Quellen zu diversifizieren. Und dafür musst du die Performance deiner einzelnen Kanäle kennen. Diversifizierung ist heute einfach unverzichtbar.“
Dieses Muster lässt sich bereits im Kundenstamm von wecantrack beobachten.
Sirio: „Das hat uns auch viele KundInnen gekostet. Einige Affiliate-Publisher sind vom Markt verschwunden, weil sie sich zu stark auf SEO verlassen haben.“
Diversifizierung setzt voraus, dass du weißt, welche Akquisitionskanäle tatsächlich profitabel sind. Wenn Affiliate-Conversion-Daten wieder in Plattformen wie Google Ads und Meta zurückfließen, können PartnerInnen diese Systeme darauf trainieren, die richtigen Zielgruppen zu finden, statt einfach nur mehr Reichweite zu erzielen.
Ray: „Wir haben die Conversion-APIs optimiert, um Plattformen wie Google Ads und Meta Signale darüber zu senden, welche User wir auf uFurnish.com erreichen wollten und wie sie sich verhalten sollten.“
Ein Ziel schaffen statt nur eine Pipeline
Daten und Diversifizierung bilden die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Langfristiger Erfolg entsteht jedoch erst, wenn du eine Marke aufbaust, zu der Menschen immer wieder freiwillig zurückkehren.
Sirio: „Du willst schließlich eine echte Marke aufbauen und nicht nur ein Publisher sein, der Produkte bewirbt und auf den schnellen Gewinn aus ist. Dafür musst du deine Daten jedoch gründlich analysieren, um zu verstehen, welchen Mehrwert deine Plattform den Usern tatsächlich bietet und wie du sie weiter verbessern kannst.”
Ray beleuchtet das Thema aus Sicht der größten Vergleichsplattformen.
Ray: „Entscheidend ist, eine Marke aufzubauen, die für etwas steht. Denke an bekannte Marken im Vereinigten Königreich, zum Beispiel Rightmove. Für mich sind sie dort der klare Marktführer. Sie genießen ein hohes Maß an Vertrauen bei ihren KundInnen.
Wer in Großbritannien eine Immobilie kaufen oder mieten möchte, kommt an Rightmove kaum vorbei. Vermutlich suchen die Menschen gar nicht erst über Google, sondern gehen direkt auf die Plattform, weil sie bekannt und vertrauenswürdig ist.“
UFurnish hat das auf die harte Tour gelernt.
Ray: „Anfangs haben wir uns vor allem auf Traffic am unteren Ende des Funnels konzentriert, hauptsächlich über Google und Meta. Wir wollten gezielt Menschen erreichen, die bereits eine konkrete Kaufabsicht hatten und nach bestimmten Produkten suchten. Für uns als Unternehmen hat das jedoch nicht funktioniert. Am Ende ging es nur noch um Traffic-Arbitrage, und genau darauf wollten wir unser Unternehmen nicht aufbauen.“
Daten in Advertiser-Investitionen verwandeln
PartnerInnen mit fundierten Insights gestalten die Zusammenarbeit mit ihren Advertisern neu. Wenn du nicht nur das Volumen, sondern auch die Qualität der vermittelten KundInnen nachweisen kannst, werden Affiliate-Investitionen auch auf Führungsebene ernster genommen.
Ray: „In Unternehmen treffen Führungskräfte Entscheidungen, die sie gegenüber dem Vorstand vertreten müssen – und der erwartet Ergebnisse. Wie vermitteln wir diesen Führungskräften unser Wertversprechen so, dass sie es verstehen und gegenüber dem Vorstand mit konkreten Kennzahlen belegen können?“
KI als Markensignal sehen, nicht als Bedrohung
Frühe Untersuchungen zu Conversions, die über LLMs generiert werden, liefern bislang unterschiedliche Ergebnisse. Viele zeigen jedoch eine ähnliche Performance wie klassischer Traffic aus den herkömmlichen Google-Suchergebnissen. BranchenexpertInnen weisen jedoch immer wieder darauf hin, wie wertvoll es ist, Millionen weitere potenzielle KundInnen zu erreichen, selbst wenn sie nicht unmittelbar konvertieren.
Ray: „Anstatt den Fokus darauf zu legen, mehr Klicks auf deine Website zu bekommen, solltest du darauf abzielen, als führende Autorität in deinem Fachgebiet wahrgenommen zu werden. Wenn das deine Gesamtstrategie unterstützt und Menschen zu deiner Marke, deinem Produkt oder deiner Plattform führt, hast du dein Ziel erreicht.“
Trotz berechtigter Bedenken über die Auswirkungen von KI auf bestimmte Partnertypen sieht Sirio langfristig auch Chancen, vorausgesetzt, die Affiliate-Branche handelt proaktiv.
Sirio: „Ich hoffe, dass Affiliates und Publisher künftig eine größere Rolle auf KI-Plattformen spielen werden. Vielleicht auch, indem sie ihre Produkt-URLs über Produktdaten-Feeds direkt für KI-Plattformen bereitstellen.“
Unabhängig davon, wie sich PartnerInnen an die veränderten Rahmenbedingungen der Neukundengewinnung anpassen, jetzt gilt es zu handeln.
Führe deine Daten mit wecantrack zusammen
Hol dir uFurnish als Partner für dein Programm.
FAQ: Diversifiziere deinen Traffic
Warum sollten PartnerInnen ihre Traffic-Quellen diversifizieren?
Wer sich nur auf einen einzigen Kanal verlässt, macht sich abhängig von Algorithmusänderungen und Plattformwechseln, auf die er keinen Einfluss hat. Mehrere Akquisekanäle sorgen dafür, dass PartnerInnen Veränderungen besser abfedern können, ohne Umsatzeinbußen zu riskieren.
Was ist Affiliate-Traffic-Zuordnung?
Der Prozess, bei dem der Klick eines Users auf einen Affiliate-Link einem späteren Sale zugeordnet wird, um festzustellen, welcher Kanal, welche Website oder welche/r PartnerIn tatsächlich die Conversion und nicht nur den Klick erzielt hat.
Warum können sich PartnerInnen nicht nur auf Click-out-Daten verlassen?
Click-outs zeigen, wie oft BesucherInnen zu einem Advertiser weitergeleitet werden, nicht aber, ob daraus tatsächlich ein Kauf entstanden ist. Nur wenn der Zuordnungsprozess vollständig ist, erkennst du, welche Seiten tatsächlich Umsatz generieren und welche lediglich Budget verbrauchen.
Was ist ein Data Warehouse und warum nutzen PartnerInnen es?
Ein Data Warehouse ist ein zentrales System zur Speicherung und Analyse von Daten aus verschiedenen Quellen. Mit Tools wie Google BigQuery können PartnerInnen Affiliate-Conversion-Daten mit Website-Analytics und Daten aus bezahlten Kanälen für umfassendere Analysen zusammenführen.
Wie verbessert die Zusammenführung von Affiliate-Netzwerkdaten die Performance?
Damit können PartnerInnen ihre Performance konsistent vergleichen, Tracking-Anomalien erkennen, Seiten anhand tatsächlicher Conversions optimieren und fundierte Insights mit Advertisern teilen, statt nur oberflächliche Traffic-Zahlen zu präsentieren.
Was bedeutet „Destination-Marke“?
Eine Destination-Marke ist eine Marke, die VerbraucherInnen gezielt und direkt aufsuchen, statt sie erst über Suchmaschinen oder andere Discovery-Plattformen zu entdecken. Für PartnerInnen bedeuten Destination-Marken wiederkehrende BesucherInnen, die direkt zur Marke kommen. Das macht ihr Geschäftsmodell widerstandsfähiger gegenüber Algorithmusänderungen und zugleich attraktiver für Advertiser.
Wie beeinflusst die KI-Suche den Publisher-Traffic?
Da KI-Übersichten Suchanfragen direkt in den Suchergebnissen beantworten, sind Klicks auf Websites oft nicht mehr erforderlich. Das kann den organischen Traffic verringern. Die Chance für PartnerInnen besteht darin, als vertrauenswürdige Quelle zitiert zu werden, statt ausschließlich auf Klicks zu optimieren.
Wie überzeugen PartnerInnen Advertiser mithilfe von Daten zu höheren Investitionen?
PartnerInnen, die die Qualität ihrer vermittelten Kundschaft anhand von Verhaltenssignalen, Conversion Rates und Wiederkehrraten belegen können, liefern Advertisern die Argumente, die sie gegenüber ihren Führungskräften brauchen, um höhere Investitionen zu rechtfertigen.