Revving: Von Filmsets zur Power 100
geschrieben von Richard Towey am 5 Minuten zum Lesen
Chris Pettit spricht mit uns über Revving, ein Unternehmen, das er mitgegründet hat, damit Affiliate-PartnerInnen schneller bezahlt werden.

Die Gründer von Revving kommen ursprünglich nicht aus dem Affiliate Marketing. Als ausgebildeter Anwalt und Spezialist für strukturierte Finanzierungen arbeitete Chris Pettit viele Jahre in der Medien- und Unterhaltungsbranche, bevor er eine neue Brücke zwischen Kreativität und Kapital schlug.
Affiliates konnten ihre Provisionen zwar in Echtzeit verfolgen, mussten aber oft monatelang auf die Auszahlung warten. Schon bald wurden Chris und sein Mitgründer David Mandeno auf diese langen Lieferketten aufmerksam.
Ihnen wurde klar, dass sich die Wartezeit bis zur Auszahlung mit den für Affiliates verfügbaren Transaktionsdaten verkürzen ließe. Das Ergebnis ist das transaktionsbasierte Finanzierungsmodell von Revving, mit dem Affiliates ihr Geld so schnell wie möglich erhalten.
Revving ist jetzt Mitglied der Awin Power 100 einer Auswahl der 100 innovativsten PartnerInnen auf der Awin-Plattform.
Wir haben Chris beim ThinkTank Americas 2026 getroffen, um über lange Wartezeiten bis zur Auszahlung, die Expansion in den USA und die nächsten Schritte von Revving zu sprechen.
Chris, Glückwunsch zur Aufnahme in die Power 100. Erzähl uns von Revving und wie das Unternehmen entstanden ist.
Ich komme ursprünglich aus dem Rechtsbereich und der strukturierten Finanzierung, habe aber den Großteil meiner Karriere in der Medien- und Unterhaltungsbranche gearbeitet und dabei Kreativität und Kapital zusammengebracht. Mein Mitgründer David und ich haben schon Jahre vor der Gründung von Revving zusammengearbeitet, vor allem in den Bereichen Mobile Gaming, Film und Fernsehen.
Als wir uns die Affiliate-Branche genauer ansahen, fiel uns auf, wie lang und komplex ihre Lieferketten waren. Affiliates konnten ihre Provisionen zwar sofort einsehen, mussten aber oft sehr lange auf die Auszahlung warten.
Dass sie ihre Provisionen bereits sehen konnten, machte das Warten umso frustrierender. Sie sahen, wofür sie bezahlt wurden, mussten aber monatelang warten, bis sie das Geld erhielten …
Wir dachten uns: Wenn wir Zugriff auf diese Daten hätten, könnten wir die Auszahlungen vorfinanzieren. So entstanden Revving und unser transaktionsbasiertes Finanzierungsmodell. Damit sorgen wir dafür, dass Affiliates und unsere KundInnen so schnell wie möglich bezahlt werden.
Du hast erwähnt, dass das eine der größten Herausforderungen der Branche ist. Glaubst du, dass sie unterschätzt wird?
Ich glaube, du hast den Nagel auf den Kopf getroffen. Man gewöhnt sich auch an unangenehme Dinge. Wenn lange Wartezeiten bis zur Auszahlung als normal gelten, kommen die meisten gar nicht erst auf die Idee, sich dagegen zu wehren oder sie infrage zu stellen.
Awin und die APMA (Affiliate and Partner Marketing Association) haben viel dazu beigetragen, dieses Thema in den Fokus zu rücken und den Handlungsbedarf deutlich zu machen. Ich hoffe, dass auch Revving einen Beitrag dazu geleistet hat.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Schnelle Auszahlungen stärken die Beziehung zwischen Marken und Affiliates. Diese Bindung fördert Reinvestitionen, die wiederum die Performance der Programme verbessern. Davon profitieren alle.
Erst in den letzten anderthalb bis zwei Jahren ist das Thema branchenweit in den Fokus gerückt. Ich bin stolz darauf, dass wir uns so sehr dafür einsetzen. Dank der Zusammenarbeit mit der APMA und vor allem mit Julia (Stent, APMA-Beraterin) konnten wir mehr Menschen mit dieser Botschaft erreichen.
Das Problem betrifft alle gleichermaßen. Ob groß oder klein, alle Affiliates kämpfen mit demselben Problem.
Awin hat das Problem erkannt und arbeitet seit Jahren an einer Lösung. Mit einer starken finanziellen Basis lässt sich jetzt deutlich leichter etwas daran ändern.
Gibt es ein Beispiel, das du immer wieder anführst? Zum Beispiel ein Publisher, dem diese finanzielle Freiheit neue Möglichkeiten eröffnet hat?
Genie Shopping ist ein gutes Beispiel. Sie kamen früh zu uns, weil sie erkannten, dass Revving die Wartezeit bis zur Auszahlung überbrücken konnte. So konnten sie rechtzeitig reinvestieren, damit ihr CSS-Modell (Comparison Shopping Service) funktionierte.
Sie bezahlen Google etwa alle 30 Tage, erhalten ihr eigenes Geld aber erst nach drei bis vier Monaten. Dadurch fehlt ihnen das Kapital, um mehr in Werbung zu investieren und ihr Geschäft auszubauen.
Als sich das Team von Genie an uns wandte, stellten wir ihm zusätzliche Mittel zur Verfügung, die es reinvestieren konnte. Mit unserer Unterstützung konnten sie diesen Geschäftsbereich deutlich ausbauen. Das zeigt deutlich, wie weit Zahlungseingänge und Zahlungsausgänge zeitlich auseinanderliegen.
Wir helfen Unternehmen jeder Größe. Wir finanzieren für unsere kleinsten KundInnen rund 20.000 $ pro Monat, für unsere größten mehrere Millionen. Was mich besonders freut, ist, dass wir dieses Kapital inzwischen mehr Menschen zugänglich machen können.
Mit diesem Kapital können auch kleinere Akteur in der Branche mit allen anderen mithalten.
Du warst diese Woche in Chicago unterwegs. Wie läuft die Expansion in den USA?
Wir sind im vierten Quartal des vergangenen Jahres in den US-Markt eingestiegen. Was wir mit Revving erreichen wollen, stößt dort auf sehr positive Resonanz.
Auf dem US-Markt herrscht eine optimistische Grundstimmung, die wir sehr schätzen. Die Menschen hier verstehen das Problem und erkennen, wie Revving ihr Unternehmen unterstützen kann.
Ich möchte das Vereinigte Königreich nicht schlechtreden, aber ich glaube, wir könnten uns einiges von den USA abschauen. Mit Zugang zu Kapital und der Unterstützung der Führungsebene kannst du gezielt in dein Unternehmen reinvestieren, schneller wachsen und wirtschaftlicher Unsicherheit besser begegnen. Die Einstellung hier ist wirklich positiv, was mir sehr gefällt.
Welche Idee begeistert dich gerade am meisten?
Wir setzen zur Zeit stark auf die Creator Economy. Wir sind gerade Partnerschaften mit einigen großen Creator-Netzwerken in den USA eingegangen, die große Marken mit zahlreichen Creatorn zusammenbringen.
In die Creator Economy fließen enorme Werbebudgets. Doch diese Creator warten oft 60, 90 oder sogar 120 Tage auf die Bezahlung für Content, der der Marke längst Erträge bringt, weil das Geld nicht eher bei ihnen ankommt.
Für EinzelunternehmerInnen und unabhängige Creator ist dieses Geld ihre Lebensgrundlage. Wir freuen uns über das Wachstum der Creator Economy, denn dadurch können wir Plattformen unterstützen, die Marken und Creator zusammenbringen.
Unser übergeordnetes Ziel ist es, mehr Menschen und nicht nur Unternehmen Zugang zu dieser Liquidität zu ermöglichen, damit sie in sich selbst investieren und ihre monatlichen Rechnungen bezahlen können.
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