Insight des Monats: Hat sich die Affiliate-Landschaft verändert?

geschrieben von Alfie Staples am 10 Minuten zum Lesen

Seit dem Launch der Awin Power 100 sind zwei Jahre vergangen. Daten aus vier Bereichen des Partnermarketings zeigen, was sich im Affiliate-Kanal verändert hat.

Die Power 100 ist zurück, unser Index der innovativsten PartnerInnen auf der Awin-Plattform.

Bereits 2024 zeigte sich, dass Affiliate Marketing weit mehr ist als ein reiner Rabattcode- und Cashback-Kanal.

InfluencerInnen, Technologiepartner und sogar Marken, die Angebote anderer Marken bewerben, haben es auf die Liste geschafft. Mit der Veröffentlichung des aktualisierten Power-100-Index für 2026 stellt sich nun eine entscheidende Frage:

Hat sich die Affiliate-Landschaft weiter verändert?

Um diese Frage zu beantworten, haben wir vier Bereiche analysiert, die auf der Liste immer stärker vertreten sind:

  • Influencer-Marketing
  • Markenpartnerschaften
  • Closed-user groups (CUGs)
  • KI-Shopping

Influencer-Marketing gibt den Takt vor

Es überrascht nicht, dass Content Creator ganz oben auf der diesjährigen Power 100 stehen. Im Vergleich zu unserem letzten Index ist die Zahl der vertretenen Content Creator um 180 % gestiegen.

InfluencerInnen und BloggerInnen sind inzwischen der zweithäufigste Partnertyp in der Power 100, direkt hinter der kombinierten Gruppe aus Rabattcode- und Cashback-Anbietern.

Zu diesem Wachstum trägt auch bei, dass Awin den Einstieg für Content Creator heute einfacher denn je gestaltet.

Unsere maßgeschneiderte Influencer-App macht Mobile-First-Content-Creatorn den Einstieg besonders einfach. Wir bieten einen schnellen, einfachen Einstieg für alle, die ihr Business komplett mobil über ihr Smartphone managen.

Das spiegelt sich auch in unseren Anmeldedaten wider.

Im Juli 2024 wurden 1.400 Registrierungen über die App verzeichnet. Im September 2025 erreichten sie mit über 7.400 ihren Höchststand. Auch 2026 lagen die Anmeldungen durchgehend etwa doppelt so hoch wie 2024.Wo Creator wirklich posten

Den Einstieg zu erleichtern, ist das eine. Genauso wichtig ist es zu verstehen, wo diese Content Creator aktiv sind.

Instagram bleibt die Nummer eins unter den Plattformen für Content Creator auf Awin. Doch der Wettbewerb nimmt zu.

2024 war Instagram für 78 % der Content Creator die wichtigste Plattform. 2026 liegt der Anteil nur noch bei 62 %. Gleichzeitig gewinnt TikTok deutlich an Bedeutung und steigert seinen Anteil als primäre Plattform von 6 % auf 15 %.

Auch YouTube konnte seinen Anteil von 8 % auf 14 % steigern, während Facebook und Pinterest an Bedeutung verloren.

Case Study: Fnac konzentriert sich auf das große Ganze

Der französische Händler Fnac ist ein gelungenes Beispiel dafür, welchen Mehrwert Influencer-Marketing für Affiliate-Programme schaffen kann.

Statt Influencer-Marketing auf einzelne Kampagnen zu beschränken, entwickelte Fnac gemeinsam mit dem Technologiepartner Shop My Influence über Awin die gebrandete Mobile-App Fnac Ambassadeur. Damit können Content Creator selbstständig Affiliate-Links erstellen, Wunschlisten verwalten und ihre Einnahmen zentral im Blick behalten.

Die Ergebnisse sprechen für sich:

  • Mehr als 550 Influencer-Partnerschaften verwaltet Fnac heute über eine einzige, gebrandete Plattform
  • Bereits im ersten Jahr erzielte das Programm einen Return on Investment (ROI) von 7:1.
  • Im darauffolgenden Jahr stiegen die über das Programm erzielten Sales um 853 % gegenüber dem Vorjahr.

Entdecke jetzt die vollständige Case Study.

Achtung: Boots setzt bei Influencer-Marketing verstärkt auf Affiliate

Ein weiteres Erfolgsbeispiel präsentieren wir im Awin-Win Marketing Podcast. Da sprechen Ellie Waters von Boots und Sarah Boudissa von Metapic darüber, wie einer der größten Health-&-Beauty-Händler Großbritanniens sein Influencer-Marketing erfolgreich in ein Affiliate-Programm integriert hat, das zuvor vor allem von Cashback- und Rabattcodepartnern geprägt war.

Diese Power 100 InfluencerInnen solltest du kennen:

  • Alini Bosko (Brasilien): Alini zählt zu den meistgefolgten Einzel-Creatorn im diesjährigen Index. Sie gehört zu einer neuen Generation brasilianischer InfluencerInnen, deren Hunderttausende FollowerInnen dazu beigetragen haben, die Präsenz Lateinamerikas in der Power 100 auf ein neues Rekordniveau zu heben.
  • TecnoArt (Brasilien): Mit mehr als zwei Millionen YouTube-AbonnentInnen zählt TecnoArt zu den führenden Tech-Creatorn Brasiliens. Der Kanal erreicht eine engagierte Community rund um PC-Hardware, Gaming und Technologie und damit eine Zielgruppe, die Produkte aktiv recherchiert und vergleicht.
  • HMBLE (Italien): Mit HMBLE zeigt ein italienischer E-Sports-Spezialist, wie auch kleinere, nischenfokussierte Creator im Affiliate-Bereich zunehmend neben etablierten Größen Fuß fassen.

Entdecke weitere Power 100 InfluencerInnen.

Markenpartnerschaften: ein Deal, drei Gewinner

Doch nicht nur Influencer-Marketing legt zu. Auch Markenpartnerschaften, bei denen Marken die Angebote anderer Marken einbinden, verzeichnen ein starkes Wachstum.

Der Umsatz aus diesen Partnerschaften auf der Awin-Plattform wuchs von 229 Mio. US-Dollar im Jahr 2024 auf 272 Mio. US-Dollar im Jahr 2025, ein Anstieg um 18 %. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der aktiven Programme zwischen Marken von 207 auf 225 (+9 %).

Der besondere Vorteil dieser Kategorie ist, dass ein einzelner Deal gleichzeitig drei verschiedenen Partnern Mehrwert bieten kann:

  • Der Host erzielt Provisionen, indem er die Angebote auf seiner eigenen Website oder in seiner App integriert
  • Der Advertiser erreicht neue KundInnen, indem er seine Angebote einer relevanten Zielgruppe präsentiert
  • Und immer häufiger übernimmt dabei ein Technologiepartner eine zentrale Rolle und ermöglicht das gesamte Nutzererlebnis.

Gerade dieser letzte Punkt ist wichtiger, als er auf den ersten Blick erscheint.

Ein Blick auf die zehn erfolgreichsten Markenpartnerschafts-Hosts nach generierten Sales zeigt: Acht von ihnen setzen auf einen Affiliate-Technologieanbieter oder eine spezialisierte Loyalty- bzw. Rewards-Plattform, anstatt die Technologie selbst zu entwickeln.

Ein paar tolle Beispiele aus unserer neuen Power 100:

  • eBay (global, powered by Thanks): eBay arbeitet mit dem Post-Purchase-Rewards-Spezialisten Thanks zusammen, um seine „Thank you“-Momente in einen monetarisierbaren Touchpoint zu verwandeln. KundInnen werden genau dann relevante Angebote von nicht konkurrierenden Marken präsentiert, wenn ihre Aufmerksamkeit am größten ist.
  • Sky VIP und Sky Sports Rewards (UK, powered by Tyviso): Sky VIP belohnt KundInnen allein dafür, dass sie Sky nutzen, und hat so eine der treuesten Entertainment-Communities im Vereinigten Königreich aufgebaut.
  • Currys (UK, powered by BrandSwap): Der britische Elektronik- und Technologiehändler Currys setzt auf einen von BrandSwap betriebenen Post-Purchase-Rewards-Kanal. Nach einem Kauf erhalten KundInnen dort passende Angebote ausgewählter Marken.

Case Study: EE entwickelte ein Programm zur Stärkung der Kundenbindung

Wer lieber mit dem Hosting von Rewards Provisionen erzielt, statt neue KundInnen über Leadgenerierung zu gewinnen, gehört zu einer wachsenden Zahl erfolgreicher PartnerInnen.

Als Teil der BT Group verfügte EE, einer der größten Mobilfunkanbieter Großbritanniens, zunächst über kein eigenes Prämienprogramm. Gemeinsam mit Tyviso wurde schließlich EE Rewards eingeführt.

Mit einem durch Affiliate-Markenpartnerschaften unterstützten Prämienprogramm konnte EE die Abwanderungsrate um 34,5 % senken. Außerdem kehrten 90 % der KundInnen, die EE Rewards genutzt haben, innerhalb von sechs Monaten mindestens einmal zurück. Das unterstreicht die hohe Beliebtheit des Programms.

Entdecke jetzt die vollständige Case Study.

Achtung: SimplyCook generiert 1 Mio. US-Dollar Provisionen für THG-Marken

Viele dieser Erfolgsgeschichten wurden auch im Awin-Win Marketing Podcast vorgestellt. Dort sprechen unter anderem THG Ingenuity, die Commerce-Sparte der The Hut Group, und der Rezeptbox-Anbieter SimplyCook darüber, wie ihre Full-Funnel-Partnerschaft zum Erfolg wurde.

Entdecke weitere Markenpartnerschafts-Hosts der Power 100.

Closed-user Groups werden zur Alternative zu Rabattcodeseiten

Ursprünglich entwickelt, um Menschen mit Behinderung, Mitarbeitende des britischen Gesundheitsdienstes (NHS), Studierende, Beschäftigte und viele weitere Zielgruppen mit exklusiven Vorteilen zu belohnen, zählen Closed-user Groups heute zu den am schnellsten wachsenden Partnertypen auf der Awin-Plattform und in der Power 100.

Auf den ersten Blick unterscheiden sie sich kaum von klassischen Rabattcodeseiten. Der Mehrwert vieler CUGs liegt in den exklusiven Vorteilen und Incentives, die sie ihrer Zielgruppe bieten. Die Zielgruppen sind in der Regel etwas spezifischer als die eines klassischen Rabattcodeportals.

Damit stellt sich eine berechtigte Frage: Verlagern Marken, die bisher stark in Rabattcodeportale investiert haben, ihre Budgets nun einfach auf CUGs?

Ob es tatsächlich zu einer Budgetverlagerung kommt, ist derzeit schwer zu sagen. Fest steht: Seit der Power 100 von 2024 gab es eine deutliche Veränderung.

Ein Blick auf die weltweiten Top 10 Rabattcodepartner und CUGs nach ihrem Sales-Anteil zeigt ein nahezu spiegelbildliches Bild: Während der Anteil der Rabattcodepartner um 18 Prozentpunkte zurückging, legten CUGs im gleichen Umfang zu.

Während der Anteil der Rabattcodepartner von 66 % auf 48 % zurückging, stieg der Anteil der CUGs im gleichen Zeitraum von 34 % auf 52 %. Damit liegen CUGs erstmals vor Rabattcodeportalen.

Vielleicht gelingt es Advertisern, ihre Zielgruppen immer gezielter anzusprechen. Oder vielleicht erleben Rabattcodestrategien nach wie vor einen Boom – nur unter einem neuen Namen.

Einige der spannendsten CUGs der diesjährigen Power 100:

  • Purpl (UK): Das erste Vorteilsprogramm im Vereinigten Königreich, das speziell für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen entwickelt wurde. Gleichzeitig erhalten Marken Zugang zu einer geschlossenen Community mit einer geschätzten jährlichen Kaufkraft von 470 Mrd. US-Dollar.
  • Inspiring Benefits (global): Ein Vorteilsprogramm für Mitarbeitende, das von großen Arbeitgebern in Spanien, Portugal, Italien, Griechenland, dem Vereinigten Königreich und Mexiko genutzt wird. Über die Plattform haben Mitglieder bereits mehr als 9 Mio. US-Dollar eingespart.
  • ihrhelden (Deutschland): Eine geschlossene Rabatt-Community für verifizierte Schlüsselarbeitskräfte und andere ausgewählte Berufsgruppen. Durch KI-gestützte Verifizierung erhalten Mitglieder Zugang zu exklusiven Angeboten, die über öffentlich verfügbare Rabatte hinausgehen.

KI-Shopping: der neueste Affiliate-Partnertyp

Und jetzt zu etwas ganz anderem.

Vor zwei Jahren gab es „KI-Shopping“ in der Power 100 noch gar nicht als Kategorie. Heute bildet sie eine eigene Kategorie für Partner, die mithilfe natürlicher Sprachverarbeitung und intelligentem Produkt-Matching das Einkaufserlebnis neu definieren und beeinflussen, wie VerbraucherInnen Produkte entdecken und kaufen.

Damit du einen Eindruck bekommst, hier sind einige KI-Shopping-Partner der Power 100:

  • Channel3 (USA): Channel3 optimiert Produktinformationen für KI-Agenten und unterstützt Marken dabei, auf KI-Shopping-Plattformen sichtbar zu werden, ohne eigenen technischen Implementierungsaufwand.
  • ShopSense AI (Kanada, USA): Verbindet Händler mit hochwertigem Publisher- und Broadcaster-Content und ermöglicht es VerbraucherInnen, die Produkte, die sie im Fernsehen sehen, direkt zu kaufen.
  • Daydream (USA): Ein persönlicher Stylist und eine dialogbasierte Shopping-Plattform, die natürliche Sprachverarbeitung nutzt, um individuelle Produktempfehlungen zu geben.

Wie KI Affiliate-Journeys verändert

Seit 2024 hat sich der Einfluss von KI auf den Affiliate-Kanal deutlich ausgeweitet. Von den smarten Technologien unserer Technologiepartner bis hin zu den neuen Wegen, wie InfluencerInnen Kaufentscheidungen beeinflussen, ist KI heute überall präsent.

Der wachsende Einfluss von KI auf Kaufentscheidungen zeigt, wie sich Strategien für das KI-Zeitalter weiterentwickeln müssen.

Wichtig: Das Volumen ist derzeit noch gering. Aktuell enthalten lediglich 0,2–0,5 % der Affiliate-Sales auf Awin in Großbritannien, den USA, Deutschland und Frankreich KI-Traffic. Als KI-Traffic gelten Customer Journeys, die einen Klick über ein LLM-basiertes Tool wie ChatGPT umfassen und anschließend zu einem Sale führen.

Wenn KI und Affiliate in einer Customer Journey aufeinandertreffen, verändert sich das Nutzerverhalten deutlich.

Die durchschnittlichen Warenkorbwerte steigen je nach Markt um bis zu 119 %. Selbst im Markt mit dem geringsten Zuwachs (Deutschland mit 27 %) ist der Anstieg beachtlich.

Gleiches gilt jedoch auch für die Conversion-Dauer.

KI-Shopping-Journeys dauern im Durchschnitt 60 % länger. Die Zeit bis zur Conversion verlängert sich je nach Markt um 31 % in den USA bis hin zu 89 % im Vereinigten Königreich.

Diese zusätzliche Abwägungsphase zeigt sich auch in der Anzahl der Schritte bis zum Kauf. KI-gestützte Shopping-Journeys umfassen je nach Markt deutlich mehr Schritte: in Deutschland 81 % mehr, im Vereinigten Königreich sogar 128 % mehr.

Mit anderen Worten: ShopperInnen, die KI und Affiliate gemeinsam nutzen, geben zwar im Schnitt mehr aus, nehmen sich aber auch mehr Zeit und recherchieren intensiver, bevor sie eine Kaufentscheidung treffen.

Obwohl KI den Entscheidungsprozess vereinfachen soll, führt sie dazu, dass VerbraucherInnen intensiver recherchieren und bewusster abwägen.

Hat sich die Affiliate-Landschaft also wirklich verändert?

In gewisser Weise nein. Die Grundprinzipien des Affiliate Marketings haben sich nicht verändert: Bezahlt wird für Performance, belohnt werden die PartnerInnen, die einen Sale nachweislich beeinflussen, und es kommen laufend neue Möglichkeiten hinzu, diesen Einfluss zu messen.

Doch ein Blick auf die wachstumsstärksten Bereiche zeigt: Zwei Jahre später sieht der Affiliate-Kanal deutlich anders aus.

Influencer-Marketing hat sich von einer Nebenrolle zum zweitgrößten Partnertyp in unserer Power 100 entwickelt.

Markenpartnerschaften schaffen heute dank einer neuen Infrastruktur Mehrwert für drei Parteien gleichzeitig.

Closed User Groups haben Rabattcodeportale in unseren Daten erstmals überholt. Und KI-Shopping hat sich von einer praktisch nicht existenten Kategorie zu einer entwickelt, deren Einfluss auf Warenkorbwert und Conversion-Verhalten wir heute aktiv messen und tracken.

Die grundlegende Funktionsweise hat sich nicht verändert. Der Mix hingegen schon.

Entdecke jetzt die vollständige Power 100.