Shoparize: CSS, der Umbruch durch LLMs und die Power 100
Verfasst von Richard Towey am 4 Minuten zum Lesen
Der CCO von Shoparize gibt Einblicke in die Entwicklung des Unternehmens und die Zukunft der Product Discovery nach der Aufnahme in die Awin Power 100.

Als globaler CSS-Publisher schaltet Shoparize Google-Shopping- und Bing-Shopping-Kampagnen auf CPA-Basis. Damit hilft das Unternehmen Advertisern, trotz jahrelang steigender Klickpreise wieder mehr Kaufkraft in den Shopping-Auktionen zu erzielen.
Neben seiner eigenen Preisvergleichswebsite ist das Unternehmen derzeit in 21 europäischen Ländern aktiv. Bis zum Jahresende soll die Zahl auf 36 steigen. Gleichzeitig expandiert Shoparize nun auch in die USA.
Beim Awin ThinkTank Americas in Chicago sprachen wir mit Joep van den Boer, Chief Commercial Officer von Shoparize, über die Anfänge des Unternehmens, die Nutzung des Awin MasterTag und darüber, warum Marken eine LLM-Strategie brauchen, um nicht doppelt Traffic einzubüßen.
Schau dir oben das komplette Interview mit Joep an oder lies die Zusammenfassung unten.
Glückwunsch – ihr habt es in die Power 100 geschafft! Möchtest du Shoparize kurz vorstellen?
Wir sind ein globaler CSS-Publisher. Das bedeutet, dass wir Google-Shopping- und Bing-Shopping-Kampagnen auf CPA-Basis schalten. So können Advertiser ihre Kaufkraft in den Google-Shopping-Auktionen wieder erhöhen, nachdem die CPCs in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen sind.
Ergänzend zu diesen beiden Kerngeschäftsbereichen betreiben wir eine eigene Preisvergleichswebsite. Aktuell sind wir damit in 21 europäischen Ländern aktiv. Bis Ende des Jahres werden es insgesamt 36 Länder sein. Außerdem expandieren wir gerade in die USA, weshalb wir heute hier in Chicago sind.
Wie hat alles angefangen? Was waren die ersten Schritte?
Viele GründerInnen haben eine perfekt aufbereitete Gründungsgeschichte. Der tatsächliche Weg zur Unternehmensgründung ist jedoch meist weniger geradlinig, als man denkt.
Wir sind 2013 gestartet. Unsere Gründer starteten eine Preisvergleichswebsite mit dem wohl niederländischsten Namen, den man sich vorstellen kann: Kiesproduct. In anderen Märkten hätte dieser Name wahrscheinlich nicht ganz so gut funktioniert …
2017 folgte eine wichtige Kartellentscheidung der Europäischen Kommission gegen Google, die den Wettbewerb bei Google Shopping und Preisvergleichsdiensten grundlegend veränderte.
Unser erster Schritt war ein Rebranding, da wir von Anfang an international wachsen wollten. Wir waren tatsächlich eines der ersten Unternehmen, das diese Chance im Bereich Google Shopping genutzt hat.
Von da an entwickelte sich unser Unternehmen zunehmend zu einem performancebasierten Anbieter für Google-Shopping- und Bing-Shopping-Kampagnen. Unsere Preisvergleichswebsite gibt es nach wie vor, doch mittlerweile stammt der Großteil unseres Umsatzes aus den Shopping-Kanälen.
Ihr seid erst vor Kurzem auf den Awin MasterTag umgestiegen. Wie nutzt ihr ihn bei Shoparize?
Aktuell nutzen wir tatsächlich zwei MasterTag-Integrationen. Eine davon ist für ein brandneues Produkt, das wir wahrscheinlich bald ankündigen werden. Die wichtigste ist allerdings für CSS.
Vereinfacht gesagt können wir anhand unserer Daten erkennen, welche potenziellen KäuferInnen echtes Kaufinteresse zeigen, z. B. daran, welche Produktseiten sie besuchen und ob sie den Warenkorb öffnen. Mithilfe dieser Daten können wir dem richtigen User im passenden Moment relevante Produkte anzeigen und so die Conversion Rate deutlich steigern.
Das ist der Hauptgrund, warum wir den Awin MasterTag integriert haben. Nun freuen wir uns darauf, die Integration vollständig live zu schalten und gemeinsam die ersten Ergebnisse auszuwerten.
Dauert es heute länger, bis VerbraucherInnen ein Produkt entdecken und sich zum Kauf entscheiden, vielleicht auch aufgrund der wirtschaftlichen Lage?
Es kommt wirklich auf die Branche an. Bei manchen Produkten sind die Verkaufszyklen sehr kurz. Wenn der Kaffee schon morgen da sein soll, suchst du einfach bei Google Shopping nach dem besten Preis und kaufst direkt.
Bei Luxusprodukten, z. B. aus den Bereichen Mode oder Beauty, sind die Verkaufszyklen hingegen länger. VerbraucherInnen kaufen erst, wenn Preis, Rabatt und Lieferzeitpunkt stimmen. Entlang dieser Customer Journey gibt es also definitiv mehr Touchpoints als je zuvor.
Gleichzeitig verändern LLMs die Customer Journey grundlegend. Viele Content-Publisher haben im klassischen Affiliate Marketing deutlich an Traffic eingebüßt. In den USA höre ich häufig, dass Content-Publisher früher die erfolgreichsten Publisher waren. Durch LLMs hat sich das jedoch stark verändert. Der Traffic-Verlust der Publisher trifft auch die Onlineshops.
Diese müssen also kreativ werden, um auch über LLMs gefunden zu werden. Sonst verlieren sie sowohl den Traffic von Affiliate-Publishern als auch potenzielle Sichtbarkeit in den LLM-Ergebnissen. Deshalb ist es entscheidend, Google Shopping und Bing Shopping in seine Strategie einzubinden. Sonst läuft man Gefahr, wertvollen Traffic und Umsatz zu verlieren.
Du hast gerade ein paar spannende Trends erwähnt. LLMs, Product Discovery. Welches Thema beschäftigt euch intern gerade am meisten?
Meine wenig überraschende Antwort lautet: KI. KI ist ständig Thema, aber alle verstehen etwas anderes darunter. Ich sehe das Ganze etwas kritisch, weil KI zunehmend als Rechtfertigung für mangelnde Ergebnisse.
Was ich jedoch aus meinen Gesprächen mit Advertisern beim Awin ThinkTank mitgenommen habe, ist, wie unberechenbar LLMs sind. Viele beobachten, wie ein großer Teil ihres Affiliate-Traffics wegbricht, und haben Schwierigkeiten, diesen Traffic über LLMs wieder aufzubauen.
Ein Tipp, den ich Marken aktuell geben würde, ist, mit Content Creatorn zusammenzuarbeiten, die eine vertrauensvolle Community aufgebaut haben. Wenn du durch dieses Vertrauen Traffic auf deine Website bringst, ist die Kaufwahrscheinlichkeit deutlich höher als bei anderen, weniger authentischen Kanälen.
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