Awin Thoughts: Affiliate Marketing scheint tot zu sein. Hat es jemand den Publishern gesagt?

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Ein neuer Tag, ein neuer Artikel, der den Tod einer digitalen Disziplin anprangert. Doch wieso das Ganze eigentlich?

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vertrockneter Baum im leeren Büro

Affiliate Marketing wird oftmals tot gesagt. Doch das Gegenteil ist der Fall. So entwickelt sich diese Disziplin beständig weiter und breitet sich in der digitalen Landschaft aus.

Neuerfindung um ihrer selbst Willen

All das ist nichts Neues, wir waren schon einmal an diesem Punkt. Vor etwa zehn Jahren, als der ROI, also der Return on Investment, für Vermarkter immer wichtiger wurde, versuchte sich der Affiliate-Kanal als Performance Marketing neu zu erfinden. Belebt durch anhaltendes Wachstum und andauernde Professionalisierung entdeckt sich das Affiliate Marketing nun erneut neu. Trotzdem hat Affiliate Marketing einen Ruf, der dem des Web 1.0 gleicht, so gilt es als unkreativ und veraltet. Widersprüchlich, wenn doch zwei Drittel der Verbraucher online nach einem Gutschein suchen bevor sie einen Kauf tätigen. Weitere 77% der Käufer besuchen zuerst einen Preisvergleicher bevor sie sich beispielsweise für einen Breitbandanbieter entscheiden. Und fast die Hälfte der Käufer informiert sich vor einem Kauf auf Contentseiten und bei Bloggern über das gewünschte Produkt. Affiliate Marketing kann aber noch viel, viel mehr. So bietet Affiliate Marketing die Möglichkeit, anspruchsvolle, tiefe und sinnvolle Partnerschaften mit einer Vielzahl von technischen Lösungen, Plattformen und Unternehmen aufzubauen.

Publisher oder Partner? Wen interessiert's?

Genau hier liegt der Kern der Diskussion. Diejenigen, die behaupten, dass Affiliate Marketing auf eine bestimmte Ära begrenzt war, sind diejenigen, die auf Publisher gesetzt haben, die einzig und allein durch reißerische Schlagzeilen Geld erwirtschaftet haben. Die Kritiker spielen auf die Ermüdung der Advertiser und die angebliche Innovationslosigkeit des Kanals an, die mit einer begrenzten Anzahl bewährter Partnerschaften einhergeht. Passend dazu angebliche neue Möglichkeiten des Online-Marketings. Jene sind allerdings lediglich ein Versuch Altes mit Neuem zu vergleichen. So ist es Fakt, dass viele dieser neuen Möglichkeiten schon seit Jahren bestehen. Die Umbenennung dieser zu Partnerschaften, weg vom Name Publisher, bewirkt nichts anderes als Verwirrung.

Flexibilität und Kreativität

Die einzigen Dinge, die den Erfolg einer Marke innerhalb des Affiliate Marketings einschränken, sind neben den Budgetrestriktionen auch der eigene Mangel an Flexibilität und Kreativität. Besitzen Marken hingegeben beides, so sind die erwirtschafteten Ergebnisse durchaus überzeugend.

Eine bekannte Elektromarke, mit der wir zusammenarbeiten, arbeitet seit Jahren mit Schlüssellieferanten zusammen, um das Markenbudget zusätzlich zu ihren Provisionszahlungen zu sichern. So soll eine einzigartige, inhaltsreiche Präsenz bei einer Reihe von großen Publishern aufgebaut werden.

Eine Reisemarke, die Urlaubsreisen, aber keine zusätzlichen Produkte verkauft, tut sich zusammen mit Anbietern von Reiseversicherungen und Autovermietungen und generiert so Klicks und Sales über ein Umsatzbeteiligungsmodell. Beide fungieren als Advertiser und Publisher und sehen das Affiliate-Programm als eine Art Akquisitions- und Markenpartnerschaftsmöglichkeit.

Der Telekommunikationssektors nutzt forensische Analysen, um die Flexibilität von Provisionen zu verstehen. Sie wollen herausfinden, was das optimale Verhältnis ist, um Schlüsselkunden zu gewinnen. Ihren Partnern wird eine entscheidende Bedeutung als Markenbotschafter beigemessen. Betrachtet man die jüngsten Ereignisse in dieser Branche, so kann man den traditionellen Gutscheinern und Cashbackern nicht vorwerfen, sich auf ihren Lorbeeren auszuruhen. Das passende Beispiel ist hier eine Gutschein-App, die Geo-Tageting nutzte, um Leute nach Weihnachtsfeiern an Bahnhöfen mit Hotel-Deals anzusprechen. Passend dazu zu einer Uhrzeit, bei der garantiert werden konnte, dass der entsprechende potentielle Kunde seinen letzten Zug verpasst hatte. Ein einfaches aber geniales Beispiel, wie man technische Features nutzen kann, um Neukunden zu adressieren.

Man könnte viele weitere Beispiele nennen. Dennoch soll nicht das Bild vermittelt werden, dass der Affiliate-Kanal perfekt ist. Zwar ist der Channel gut darin, Zahlen in einer Tabellenkalkulation offenzulegen und die Einnahmen, Klicks und Provisionen darzustellen, dennoch wird die Umsetzung in eine kreative Kampagne oft zur Nebensache. Genau an diesen Punkt knöpft der Artikel von Chris Johnson (Groupon) mit dem Titel „Telling stories through affiliate marketing“ im neuesten Awin Report an.

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Affiliate Marketing keinesfalls tot ist. So zeigt dies auch das „size of the market“ Projekt in den USA und der Affiliate-Gold-Standard in Großbritannien das selbige deutlich auf. Beides zielt im Gegenteil sogar darauf ab, den Kanal einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Affiliate Marketing wird sich auch in Zukunft also weiter entwickeln. Spannend ist dabei auch, wie neue Technologiepartner eine neue Ära der Innovation einleiten könnten. In dieser Zeit sollten Unternehmen unterstützt werden, die fair mit ihren Marken und ihren Publishern umgehen.

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