Das Adblock Dilemma – Auswirkungen auf Publisher

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Es ist nicht besonders überraschend – das Thema Adblocker ist für Webseitenbesitzer und für Werbetreibende gleichermaßen nervig. Publisher verlieren Einnahmen, die sie brauchen, um die Webseite zu betreiben und Advertiser können gewünschte Reichweiten nicht erzielen. Das Verständnis auf Userseite ist selten vorhanden – die Adblock-Software wird schließlich gezielt installiert, um sogar anonyme Tracking-Methoden zu verhindern. Obwohl Adblock Plus behauptet nur „nervige” Werbung zu unterbinden, werden auch reguläre Banner unterdrückt, völlig unabhängig vom Design, Position oder Inhalt.

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Laptop auf Tisch

Indem User Adblocking-Software herunterladen, demonstrieren sie aktiv gegen invasive, digitale Anzeigen. Das sollte von Publishern und Advertisern gleichermaßen ernst genommen werden. Inhalt und Mehrwert müssen für den User zu jeder Zeit an erster Stelle stehen. Werbeanzeigen dürfen keinen negativen Einfluss auf die Funktionalität einer Webseite haben oder auf die Userexperience im Allgemeinen.

Dennoch ist es Publishern einfach nicht möglich ohne Werbeeinnahmen qualitativ hochwertigen Service und Content anzubieten. Sogar kleinere Blogger müssen ihre Kosten für die Webseite und den Content, den sie produzieren, decken. Je mehr die Webseite wächst, desto mehr wachsen leider auch die Ausgaben dafür. Große Publisher haben Kosten wie: monatliche Gehälter für Mitarbeiter, Software und technische Sicherheitsmaßnahmen, um ihre User zu schützen. All dies muss über zusätzliche Werbeflächen oder andere Einnahmequellen gedeckt werden.

Adblock & Affiliate Marketing
Reguläre Affilite-Banner und -Links (mit Ausnahme von Postview Display) müssen angeklickt werden und zu einem Sale konvertieren bevor der Publisher eine Provision erhält. Deshalb ist es wahrscheinlich, dass Publisher Werbemittel sehr gewissenhaft auswählen. Diese sind inhaltlich und durchaus auch von der Form her auf die Zielgruppe zugeschnitten. Im zanox Netzwerk werden selten „nervige“ Werbeformate genutzt. Unsere Publisher fokussieren sich tatsächlich auf Standard-Banner und Text Links.

Werden meine Anzeigen blockiert?
Nicht alle Anzeigen werden auf allen Seiten blockiert und die Kriterien dazu sind leider nicht immer ganz klar. Manche Werbetreibende zahlen, um auf eine Whitelist* von AdBlock Plus zu kommen. Auf dieser Liste befinden sich angeblich akzeptable Anzeigen, allerdings wird dieses Vorgehen – oder besser gesagt – diesesBusinessmodell von einigen als Erpressung verurteilt.
In unserem Test konnten wir feststellen, dass ganz simple 300 x 250 Banner – die einzige, unaufdringliche Werbung auf einem privaten Blog – von Adblock Plus blockiert wurde. Unsere Text Links wurden nicht blockiert, obwohl auch das in manchen Fällen passieren kann. Zusätzlich wurden manche Native Ads blockiert – andere wiederrum nicht.
Um zu prüfen, ob Deine Anzeigen blockiert werden, empfehlen wir Adblock Plus selbst zu installieren und dann auf den betreffenden Seiten die Funktionalität der Banner, Text Links sowie andere Formate oder Trackingtechnologien der eigenen Werbung unter die Lupe zu nehmen.

Adblock Counter
Der Anteil an Usern mit Adblockern, unterscheidet sich von Webseite zu Webseite, abhängig von der Zielgruppe. So geht man grundsätzlich davon aus, dass Webseiten mit technischem Content einen viel höheren Anteil von Adblock-Nutzern haben, als bspw. Beauty-Blogs. In einer Studie von PageFair, variiert der Anteil der Adblock-Nutzer von 1,5 % bis zu 65% und einem Durchschnitt von 23% bei allen 200 analysierten Seiten.
Um herauszufinden wie hoch der Verlust auf Deiner Seite ist, empfehlen wir einen Adblock Counter zu nutzen. Wir haben hier dazu eine einfache Lösung für Google Analytics gefunden. Alternativ kannst Du Dir dieses Tutorial über den Google Tag Manager ansehen.
WordPress Users können auf Plugins zugreifen, wie Blockalyzer oder AdBlock X.
Grundsätzlich gibt es noch keinen Weg um Adblocker herum. Daher empfehlen wir, dass Ihr Euch zumindest gut darüber informiert, welche Eurer Anzeigen eventuell von der Software blockiert werden könnten, um Kosten oder böse Überraschungen zu vermeiden.

*Adblock Plus beteuert, dass die Bezahlung unabhängig von der Whitelist ist und dass nur Anzeigen, die bestimmte Kriterien erfüllen, freigegeben werden. Allerdings ist es für große Unternehmen nicht möglich ohne Bezahlung auf die Whitelist gesetzt zu werden– auch wenn ihre Anzeigen den Kriterien entsprechen. Kleinere Publisher können ihre Anzeigen kostenlos freigeben lassen. Mehr Informationen dazu gibt es hier.


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