Affiliate-Fraud: Methoden, Tipps zur Prävention und was Awin dagegen unternimmt

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Auch das Affiliate Marketing ist nicht vor betrügerischem Handeln geschützt. Wie Du Risiken minimierst und Awin Dich dabei unterstützt, erfährst Du hier.

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Dort, wo Geld im Spiel ist, sind Betrüger nicht weit. Das Affiliate Marketing ist da keine Ausnahme. Auch wenn der Affiliate-Kanal im Vergleich zu anderen Marketingmethoden hohe und effiziente Kontrollmöglichkeiten bietet, indem nur nach erfolgreicher Performance und Transaktionsvalidierung vergütet wird, kommt es hin und wieder zu Betrugsfällen.

Das Cybersecurity-Unternehmen CHEQ hat 2020 zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Roberto Cavazos, Professor für Wirtschaftswissenschaften an der University of Baltimore, einen Report zum Affiliate-Fraud erstellt, aus dem hervorgeht, dass mindestens 9% der weltweiten Affiliate-Transaktionen von Betrug betroffen sind.

Um Affiliate-Fraud im Awin Netzwerk vorzubeugen, kommen stringente Prozesse zum Einsatz, die von unserem Partner Compliance Team kontinuierlich durchgeführt werden. So liegt schon bei der Zulassung zum Awin Netzwerk der Fokus auf der genauen Prüfung der Publisher, womit wir die hohe Qualität unserer Partner sicherstellen.
Unseren Advertisern stellen wir außerdem verschiedene Tools und Möglichkeiten, wie ausführliche Statistiken und Transaktionskontrollen, zur Verfügung, damit sie betrügerische Maschen frühzeitig erkennen und wir gemeinsam dagegen vorgehen können. Awins Methoden und Verfahren haben dazu geführt, dass nicht nur über 80% aller Verdachtsfälle in 2020 durch das Netzwerk selbst aufgedeckt worden sind, sondern auch, dass das Aufkommen klassischen Fehlverhaltens wie unerlaubtes Brandbidding, Cookie-Dropping oder Transaktionsbetrug von 2018 bis 2020 um 40% reduziert wurde.

In diesem Beitrag klären wir Dich über gängige Affiliate-Fraud-Methoden auf und geben Dir Tipps, wie Du Betrug im Affiliate Marketing erkennst und möglichst verhinderst.

 

Häufige Affiliate-Fraud-Methoden

Unter Affiliate-Fraud wird jede Art von illegaler Aktivität verstanden, mit der die Absicht verfolgt wird, Advertiser, andere Publisher oder Konsumenten zu betrügen. Meist stehen beim Affiliate-Fraud jedoch Advertiser im Fokus, da betrügerische Publisher mit verschiedenen Methoden versuchen, Provisionszahlungen zu erhalten, die ungerechtfertigt sind.

Domain-Squatting / Typo-Squatting

Mit dieser Betrugsmethode registriert der Betrüger mehrere Domains (Webadressen), die der einer erfolgreichen Advertiser-Website sehr ähnlich sind. Die Fake-Domains sind häufig dadurch gekennzeichnet, dass ein Buchstabe fehlt, ein Buchstabendreher oder ein vorangestelltes "www" im Domain-Namen auftaucht, ansonsten aber der Original-Domain 1:1 entspricht. Wenn potenzielle Kunden die Website durch einen versehentlichen Tippfehler besuchen, werden sie über einen Affiliate-Link auf den Shop des Advertisers geleitet. Bei einem Kauf erhält der Publisher eine Provision, obwohl kein wirklicher Werbewert entstanden ist.

Als Advertiser kannst Du diese Fraud-Methode vermeiden, indem Du Dir selbst die Vertipper-Domains Deiner eigenen Marke sicherst und zu Deiner Original-Website weiterleitest. Viele Webhoster bieten hier "inklusive Domains" für einen geringen zweistelligen Monatsbeitrag an.

 

Gefälschte Transaktionen und Leads

Dieses Betrugsverfahren kommt vor allem bei Leadformularen zum Einsatz: Hier werden mittels erfundener oder gekaufter Anmeldedaten Registrierungen durchgeführt, die vom Advertiser vergütet werden. Der Betrüger erhält pro Lead, also pro Anmeldung, eine Provision und zählt darauf, dass der Advertiser die Kundendaten spät oder gar nicht prüft.

Bei Fake-Transaktionen werden mittels falscher Namens- und Adressangaben im Bestellprozess Sales getätigt, um die Provisionen des Publishers in die Höhe zu treiben.

Betrügerische Käufer wählen oft Shops aus, die Kauf auf Rechnung gewähren.

Als Advertiser solltest Du diese Zahlungsmethode daher nur Bestandskunden anbieten und bei Neukunden auf Vorkasse und anderweitige sichere Zahlungsmethoden der bekannten Dienstleister setzen. Achte speziell bei den ersten Auszahlungen auf mögliche Auffälligkeiten.

Um gefälschte Transaktionen ausfindig zu machen, kannst Du außerdem überprüfen, ob sich die IP-Adresse in einem Land befindet, das Du auch belieferst. Ebenso können Häufungen bestimmter Kaufdaten (IP-Adressbereiche, E-Mail-Adressanbieter, etc.) bei wiederholten Bestellungen einen möglichen Aufschluss über Unregelmäßigkeiten geben. Die einzelne Transaktion mag als solche valide wirken, in der Gesamtheit können jedoch ungewöhnliche Kaufdatenmuster erkannt werden. Nutze die Optionen, die Dir Dein Shopsystem bietet, um potenziellen Fraud zu erkennen.

 

Künstliches Erzeugen von Klicks, z.B. durch Umleitungen

Unter diesem Verfahren wird die Verwendung von irreführenden Links und Weiterleitungen verstanden, um die tatsächliche Traffic-Quelle zu verbergen oder zu verhindern, dass die Provision an den vorgesehenen Publisher gezahlt wird (Last-Click-Vergütung).

Hierbei wird über sogenanntes Cookie-Stuffing oder Click-Forcing der Tracking-Cookie auf dem Rechner eines Users gesetzt, ohne dass dieser eine aktive Handlung vorgenommen hat. Mit dieser Betrugsmethode profitiert der Publisher davon, dass ihm ein Sale gutgeschrieben wird, obwohl kein tatsächlicher Affiliate-Klick stattgefunden hat.

 

Duplizieren von Publisher-Websites

Bei dieser Affiliate-Fraud-Methode wird eine legitime, beliebte und angesehene Website kopiert oder sogar vollständig geklont. Hierbei wird oft nicht nur der Inhalt, sondern auch das Layout und Design nachgeahmt. Durch diese Betrugsmasche werden potenzielle Käufer dazu verleitet, über die falsche Website zu kaufen, wodurch dem echten Publisher die Sales entgehen.

 

Woran Du verdächtige Aktivitäten erkennst und was Du dagegen tun kannst

Behalte Deine KPIs immer im Auge, sodass Du eventuelle Auffälligkeiten wahrnehmen, analysieren und entsprechend handeln kannst. Wenn Deine Performance folgende außergewöhnliche Aktivitäten aufweist, könnte Affiliate-Fraud vorliegen:

  • auffällig hohe Klickzahlen bei vergleichsweise geringen Sales
  • auffällig niedrige Klickzahlen bei hohen Umsätzen
  • auffällig kurze Latenzzeiten zwischen Klick und Transaktion

Hierbei ist jedoch zu beachten, dass diese Kennzeichen nur grobe Anhaltspunkte sind, die je nach Publisher-Modell in ihrer Plausibilität variieren können. So ist es beispielsweise bei Gutschein-Publishern meist üblich, dass der Zeitraum zwischen Klick und Transaktion recht kurz ist, weil viele User einen Rabatt suchen, sobald eine erhöhte Kaufabsicht besteht.

Wenn Du Unstimmigkeiten in Deiner Performance feststellst, solltest Du im nächsten Schritt die IP-Adressen in der Validierungsliste oder auch Datum und Uhrzeit Deiner Sales überprüfen. Aus Datenschutzgründen werden in den Awin-Statistiken keine IP-Adressen aufgeführt. Diese Informationen kannst Du aus Deinem Shop- oder Warenwirtschaftssystem heranziehen. Hier könntest Du Indizien dafür finden, dass ein Publisher selbst mehrere Transaktionen ausgelöst hat und der Kunde kaum oder gar nicht mit der Marke interagiert hat.

Wenn Du bei einem Affiliate-Netzwerk wie Awin registriert bist, kannst Du jederzeit Deinen Account Manager bei Betrugsverdacht ansprechen. Dieser unterstützt Dich sowohl beim Monitoring als auch beim Analysieren der Programm-Performance. Bei begründeten Verdachtsfällen kann außerdem das Partner Compliance Team des Affiliate-Netzwerkes weitere Untersuchungen durchführen und entsprechende Maßnahmen ergreifen. Hier sollten Advertiser alle Informationen, die ihnen zum Betrugsverdacht vorliegen, an das Partner Compliance Team übermitteln, um zielgenaue Prüfungen vornehmen zu lassen.

Was Du außerdem tun kannst, um das Risiko von Affiliate-Fraud zu minimieren, ist Deine Programm AGBs jederzeit auf dem aktuellen Stand zu halten und diese an aktuelle Entwicklungen anzupassen.

Maßnahmen, die Awin gegen Affiliate-Fraud unternimmt

Als global agierendes Affiliate-Netzwerk stellt die Netzwerksicherheit und der Schutz aller Partner für Awin die oberste Priorität dar. Daher ist Partner Compliance für Awin eine der zentralen Dienstleistungen, um Markensicherheit und ethisches Handeln im Netzwerk zu gewährleisten. Unser Anspruch besteht darin, Betrugsversuche frühzeitig und proaktiv zu erkennen und zu verhindern, um so die Teilnehmer des Netzwerks als Ziel von Betrugsversuchen unattraktiv zu machen.

Eine der Sicherheitsmaßnahmen, die wir zur Verhinderung von Affiliate-Fraud ergreifen, kommt bereits bei der Publisher-Anmeldung im Awin Netzwerk zum Einsatz. Denn das Partner Compliance Team prüft hier jede Neuregistrierung manuell auf Plausibilität und diverse Kriterien. Neben proprietären Werkzeugen arbeiten wir auch mit verschiedenen Anbietern zusammen, die unsere Erkennungsfähigkeiten ergänzen. Daher ist die Ablehnung von Publishern keine Seltenheit.
Wie genau der Publisher-Anmeldeprozess unter Compliance-Richtlinien stattfindet, kannst Du hier nachlesen.

Außerdem behalten Awins Account Manager die jeweiligen Advertiser-Programme sorgfältig im Auge und gleichen regelmäßig die Performance ab, um Auffälligkeiten direkt zu überprüfen. Über verschiedene Tools und Systeme hat das Partner Compliance Team zudem die Möglichkeit, Verdachtsfällen auf die Spur zu kommen. So unterstützen wir Advertiser dabei, sich vor Publishern mit betrügerischen Intentionen zu schützen und das Awin Netzwerk für all unsere Partner so sicher wie möglich zu machen.

Du möchtest mehr zu Compliance erfahren? Dann schaue auf unserer dedizierten Landingpage vorbei. Bei Fragen hilft Dir Dein Awin Ansprechpartner jederzeit weiter.