Awin Thoughts: Coronavirus ‚Infodemie‘ verdeutlicht die Bedeutung von Vertrauen und Transparenz im Internet

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Falschmeldungen erzeugen Panik und verändern das Kaufverhalten.

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zwei Hände an einem Laptop

Es ist allgemein bekannt, dass es einen Überfluss an Informationen im Internet gibt, wodurch es für den Einzelnen zur Herausforderung wird, wahre von falschen Nachrichten zu unterscheiden. Der Ausbruch des Coronavirus hat eine weitere Informationsflut ausgelöst, sodass wir derzeit regelrecht eine ‚Infodemie‘ erleben, in der immer mehr fragwürdige Nachrichtenquellen auftauchen.

„Der Ausbruch des Coronavirus und die Reaktion darauf haben zu einer massiven ‚Infodemie‘ geführt – einem Überfluss an Informationen – wovon einige wahr sind und andere nicht. Diese Tatsache stellt die Menschen vor die Herausforderung, vertrauenswürdige Quellen zu finden, die ihnen eine verlässliche Orientierung geben, wenn sie sie brauchen.“ ­World Health Organization – Coronavirus Situation Report- 13

Streicht man den Verweis auf das Coronavirus, dann hat man, kurz gesagt, eines der größten Dilemmas, das uns das Ausmaß und die Reichweite des Internets im letzten Jahrzehnt eingebracht hat. Eine Informationsflut gepaart mit einem Mangel an vertrauenswürdigen, zuverlässigen Quellen. Der Virus hat diese Problematik nur erneut in unser Bewusstsein gerückt.

Von unbegründeten Verschwörungstheorien über den Ursprung des Virus als chinesische biochemische Waffe, bis hin zu spekulativen Ratschlägen, dass der Verzehr von Knoblauch helfen könnte, eine Infektion zu verhindern - die Gerüchteküche läuft derzeit auf Hochtouren.

Während viele von uns über diese unglaubwürdigen Geschichten lachen mögen, sind die Auswirkungen der Massenhysterie durchaus ernst zu nehmen. Die Angst der Öffentlichkeit ist spürbar und zeigt sich in einem sich ändernden Verbraucherverhalten. Mittlerweile sind uns all die Geschichten über den Mangel an Atemschutzmasken, Desinfektionsmitteln und Toilettenpapier bekannt.

Awins eigene Analyse der Travel- und Retail-Branche in der DACH-Region zeigt ein weiteres Beispiel für die Auswirkungen der Panik auf die Buchungs- und Sale-Trends.

Der Wochenvergleich im Zeitraum vom 01.01.20 (KW01) bis zum 22.03.20 (KW12) mit derselben Periode im Vorjahr zeigt deutliche Unterschiede in der Travel-Branche.
Es zeichnet sich ab, dass das Jahr mit 18% mehr Sales in KW01 bis KW04 etwas stärker begann als in 2019 (+15%). Jedoch ging die Anzahl der Buchungen ab KW05 bis Mitte März 2020 im Jahresvergleich stark zurück - um ganze 42%. Die größten Einbrüche verzeichnen unseren Zahlen zufolge Airlines, der Wellness & Health Sektor, Reiseveranstalter sowie Hotels und andere Unterkünfte. Angesichts der Nachrichten, die regelmäßig über Zusammenbrüche von Fluggesellschaften, regionale Reiseverbote oder weitere Ausbrüche des Virus berichtet haben, kommen diese Ergebnisse nicht unerwartet.

Bei Betrachtung der Sales-Kurve in der Retail-Branche in den ersten drei Monaten diesen Jahres stellt man fest, dass es - verglichen mit den Zahlen aus dem Vorjahr - insgesamt ein Plus von 20% gab. Bei näherer Betrachtung ist jedoch deutlich zu erkennen, dass mit der Entwicklung und Ausbreitung des Coronavirus im DACH-Bereich Anfang März auch die Sales deutlich zurückgingen. Nichtsdestotrotz profitieren einige Sub-Industries von dieser Krise, indem sie im Jahresvergleich deutlich höhere Verkaufszahlen verzeichneten. Dazu zählen die Pharmaindustrie, Baumärkte, Bastelgeschäfte und alles, was sich um Haus und Garten dreht, sowie die Bücherbranche und der Haustierbedarf. Auch dieser Verlauf ist aufgrund der staatlichen Maßnahmen, wie die bundesweite Ausgangsbeschränkung, nicht verwunderlich. Denn viele Menschen befinden sich derzeit im Homeoffice oder können aufgrund der geschlossenen Geschäfte gar nicht arbeiten, sodass sie gerade mehr Zeit haben, um ein Buch zu lesen oder Arbeiten im Haus zu erledigen.

Während diese Auswertung auf einer Vielzahl von Daten unserer Kundengruppen basiert und somit als vertrauenswürdig und verlässlich anzusehen ist, kursieren auch viele Falschmeldungen zu den Auswirkungen der Corona-Krise.

Was ist wahr und was nicht? Das Dilemma der Infodemie betrifft nicht nur die Informationen zum Virus, sondern hat auch in der Affiliate-Industrie einen Nerv getroffen. Aufsichtsbehörden auf der ganzen Welt, darunter die ASA in Großbritannien, die FTC in den USA und der Deutsche Werberat in Deutschland, haben zunehmend Fälle untersucht und bestraft, in denen Einflussnehmer und Publisher die Standards für die Offenlegung von Werbung nicht eingehalten haben.

Riesige Verlagsseiten wenden sich zunehmend dem Affiliate-Kanal zu, um ihre Einnahmen zu diversifizieren und zu erhöhen. Erst vor kurzem hat Jonah Peretti, der CEO von Buzzfeed, die Vorteile von Publishern als relevante Einflussgröße auf die Rentabilität von Unternehmen hervorgehoben.

Wenn die Affiliate-Industrie wirklich von diesem gestiegenen Interesse an ihrem Geschäftsmodell durch solch große Medienhäuser profitieren will, ist es unsere Pflicht, eine Führungsrolle bei Themen wie der Offenlegung von Anzeigen einzunehmen. Auf diese Weise können wir dazu beitragen, dass die Nutzer weiterhin Vertrauen in die Online-Dienste haben, auf die sie für Informationen und zur Orientierung zurückgreifen.

Zwei Jahrzehnte nachdem Bill Gates zum ersten Mal den Ausdruck „Content ist King“ geprägt hat, macht der aktuelle „infodemische“ Kampf der WHO deutlich, dass dieses Schlagwort ohne Vertrauen und Transparenz keinerlei Bedeutung hat.

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