Unsere wichtigsten Affiliate-Marketing-Prognosen für 2026

geschrieben von Richard Towey am 8 Minuten zum Lesen

Branchenprofis aus aller Welt teilen ihre Prognosen und verraten, worauf es 2026 im Affiliate Marketing wirklich ankommt.

Der rasante Aufschwung von KI und das veränderte Kaufverhalten der VerbraucherInnen erhöhen den Bedarf nach Orientierung. Im Awin-Win-Podcast teilen verschiedene Branchenprofis ihre Einschätzungen zu den wichtigsten Trends, die das Affiliate Marketing 2026 bestimmen werden.

Hier findest du die wichtigsten globalen Trends auf einen Blick. Wenn du die komplette Liste willst, hör dir am besten die entsprechenden Podcast-Folgen an.

Wichtige Affiliate-Marketing-Trends in Großbritannien und den USA

Panel:

  • Kevin Edwards (Founder, Affiliate & Partner Marketing Association)
  • Max Willens (Principal Analyst, eMarketer)

Hauptthemen:

  • Warum InfluencerInnen vor dem nächsten Wachstumsschub stehen
  • Wo KI die Affiliate-Branche am stärksten verändern wird
  • Rabattcodes: positiv oder negativ?

Die wichtigsten Affiliate-Marketing-Trends in Europa

Panel:

  • Julian Weiß, Head of Affiliate Marketing, Xpose360
  • Bill Fisher, Principal Analyst, eMarketer
  • Kelli Parkja, Country Client Services Director, Awin

Hauptthemen:

  • Die steigende Nachfrage nach glaubwürdigen Stimmen und der Aufstieg von Micro-Creatorn
  • Warum Affiliate-Budgets weniger stark von allgemeinen wirtschaftlichen Herausforderungen betroffen sind

1.   Unsere Prognose: Unterm Strich wird dieses Jahr trotz allem positiv

Warum fängst du nicht mit etwas Positivem an? Laut eMarketer wird im nächsten Jahr etwa jeder siebte Dollar im US-Onlinehandel aus Affiliate Marketing stammen. Laut Max Willens, Principal Analyst bei eMarketer, ist das ein klarer Grund für Optimismus: Die Entwicklung deutet auf einen Kanal hin, der „in die richtige Richtung geht“.

Ähnlich bewertet die Situation auch Julian Weiß, Head of Affiliate Marketing bei der Digitalagentur Xpose360. Seinen internen Analysen zufolge erhöhen 27 % der deutschen Marketing-ExpertInnen ihre Investitionen in Affiliate Marketing trotz rückläufiger Budgets.

Angesichts der Vielzahl an Markenpartnerschaften, InfluencerInnen und Technologiepartnern, die Advertisern neue Möglichkeiten für den Launch ihrer Programme eröffnen, ist es positiv, dass ausreichend Budget für Tests zur Verfügung stehen wird.

2.   Es wird einige Herausforderungen geben. Aber erwarte keine klaren Antworten und Handlungsschritte.

Wäre Affiliate Marketing eine Playlist, würde sie wahrscheinlich „Good Vibes“ oder „Positive Mix“ heißen. Die wichtigere Frage ist: Wie lange hält das an?

Max hat so seine Zweifel, ob der aktuelle Hype das ganze Jahr über anhalten wird:

 „Grundsätzlich wird das Wachstum des Kanals das allgemeine Wachstum im Retail-E-Commerce übertreffen. Gleichzeitig ist dieser Optimismus aber auch mit einer gewissen Sorge darüber verbunden, was kurzfristig passieren könnte.“

Nur wenige werden von den zentralen Herausforderungen überrascht sein, auf die unsere ExpertInnen hingewiesen haben, nämlich:

  • Die Zuverlässigkeit des Affiliate-Trackings
  • Der Einfluss von Large Language Models (LLM) auf das Kaufverhalten
  • Sinkendes Verbrauchervertrauen und kleinere Werbebudgets

Daraus ergeben sich jede Menge offene Fragen. Laut Kevin Edwards zeigt der Blick auf die Budgetprioritäten der APMA-Mitglieder, dass die Branche trotz aller Unsicherheiten nicht übereilt reagiert:

„Vor Kurzem haben wir die Mitglieder nach ihren aktuellen Herausforderungen und Chancen gefragt. Viele von ihnen machen im Grunde einfach so weiter wie bisher. Ich finde nicht, dass das unbedingt schlecht ist, weil es Kontinuität zeigt.

KI wird sich unweigerlich durchsetzen. Meiner Einschätzung nach sind wir bei KI noch ganz am Anfang. Viele versuchen noch, das Konzept überhaupt richtig zu begreifen.”

Da hast du's. Wer sich fragt, wie er mit generationenübergreifenden Herausforderungen wie dem Einfluss von KI auf die Zukunft des Affiliate Marketings umgehen soll, steht damit nicht allein.

3.   Affiliate und Influencer-Marketing fallen immer mehr zusammen

Wenn wir beim Thema Budgetprioritäten noch genauer hinschauen, zeigt sich ein weiteres häufig diskutiertes Thema: Influencer-Marketing.

Max weist zu Recht darauf hin, dass große Social-Media-Plattformen Creator bislang nur wenig dabei unterstützen, mit Affiliate-Links Umsatz zu erzielen. TikTok hat hier eine Vorreiterrolle eingenommen und zahlreiche neue Features eingeführt, die Creator helfen sollen, Sales direkt im TikTok Shop statt auf externen Websites zu generieren.

Auch wenn Plattformen versuchen, Creator von externen Affiliate-Links fernzuhalten, ist Max überzeugt, dass ihr Fokus darauf, „Transaktionen auf jede erdenkliche Weise zu erleichtern“, am Ende vor allem performanceorientierten Influencer-Kampagnen zugutekommt.

Julian ist außerdem überzeugt, dass KI und ihre oft unpassenden Empfehlungen diesen Trend unbeabsichtigt verstärken werden und Menschen dazu bringen, wieder häufiger von Menschen zu kaufen statt von Algorithmen.

Die Creator-Economy-Umfrage des Interactive Advertising Bureau aus dem Jahr 2025 zeigt, dass drei von zehn US-Advertisern bereits mit Creatorn über ein Affiliate-Netzwerk zusammenarbeiten. Max rechnet damit, dass diese Zahl im neuen Jahr „deutlich“ steigen wird.

4. Affiliate deckt den kompletten Funnel ab

Es ist kein Geheimnis, dass Affiliate-PartnerInnen sowohl vor als auch nach dem letzten Klick messbare Ergebnisse liefern. Ein Blick auf redaktionelle Seiten, die Marken wie Lovehoney beim Aufbau von Markenbewusstsein unterstützen, oder auf Tech-Provider, die Telkos wie EE mit partnerfinanzierten Rewards bei der Kundenbindung helfen, reicht aus.

Affiliate Marketing hat einen unteren, mittleren und oberen Funnelbereich. Wenn man sich die vielen Beispiele von Marken wie Bärbel Drexel anschaut, die ihren Affiliate-Umsatz deutlich gesteigert haben, seitdem sie weniger auf reine Bottom-Funnel-Taktiken setzen, ist für Julian klar: 2026 wird das Jahr, in dem Affiliate Marketing seinen echten Mehrwert beweisen kann.

„Meine gewagteste Prognose ist, dass wir bis zum Jahresende das Image von Affiliate Marketing bei den EntscheidungsträgerInnen verändern und endlich als das wahrgenommen werden, was wir sind: ein strategischer Full-Funnel-Kanal.“

5. Micro-Creator werden den Einstieg ins Influencer-Marketing erleichtern

Wie zu erwarten, zeigten die ExpertInnen großes Interesse am Influencer-Marketing und gaben entsprechend ausführliches Feedback.

Während die Cristiano Ronaldos dieser Welt für die meisten Marken unerreichbar bleiben, schaffen Creator mit kleineren Communities, aber höherem Engagement neue Möglichkeiten für InvestorInnen.

Ein Blick auf die typische Preisgestaltung von Instagram-InfluencerInnen bringt die Situation mehr oder weniger auf den Punkt:

Nano-InfluencerInnen (1.000–10.000 FollowerInnen): 10–100 US-Dollar pro Post

Micro-InfluencerInnen (10.000–100.000 FollowerInnen): 100–500 US-Dollar pro Post

Mittelgroße InfluencerInnen (100.000–500.000 FollowerInnen): 500–5.000 US-Dollar pro Beitrag

Macro-InfluencerInnen (500.000–1.000.000 FollowerInnen): 5.000–10.000 US-Dollar pro Post

Mega-InfluencerInnen: (ab 1 Million FollowerInnen): ab 10.000 US-Dollar pro Post

Mega-InfluencerInnen haben zwar eine enorme Reichweite, verlangen pro Post aber oft bis zu 10.000 % mehr als ein Nano-Creator.

Studien von Magic Numbers belegen außerdem, dass Creator mit unter 5.000 FollowerInnen einen ROI von 18:1 erreichen und damit Accounts mit 160.000 oder mehr FollowerInnen (ROI 5:1) klar übertreffen.

Unser Panel ist zuversichtlich, dass kleinere Creator 2026 für mehr Chancengleichheit im Influencer-Marketing sorgen werden.

„Und genau das macht doch die Creator- und Influencer-Community so spannend, stimmt's? Auch ohne große Werbebudgets können kleinere Marken durch Kooperationen mit Micro-InfluencerInnen ein sehr engagiertes und klar definiertes Publikum ansprechen …

Wir sehen definitiv ein höheres Engagement bei Micro-InfluencerInnen. Mit den MrBeasts dieser Welt bekommst du enorme Reichweite, zahlst dafür aber auch einen hohen Preis.“

Bill Fisher, Principal Analyst, eMarketer

6. Wie Affiliate wird auch Retail Media von der aktuellen Rezessionswelle getragen

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass herausfordernde wirtschaftliche Bedingungen Affiliate Marketing stärken können. Sein Pay-for-Performance-Modell wird zu einem sicheren Hafen für Unternehmen, die mit weniger mehr erreichen wollen.

Bill ist überzeugt, dass der aktuelle Kostendruck auch andere Kanäle erfassen wird, die eine besondere Rolle in der Customer Journey spielen, allen voran Retail Media.

„In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wandert deutlich mehr Budget in Suchkanäle mit direktem Verbraucherkontakt. Genau deshalb hat Retail Media in den vergangenen Jahren stark an Interesse und Investitionen gewonnen. Näher an den VerbraucherInnen und an der Kaufabsicht geht es kaum. In diesem Bereich haben wir zuletzt ein deutliches Wachstum gesehen.”

Die gute Nachricht: Auch in diesem Bereich spielt Affiliate Marketing eine Rolle. Awin-Advertiser wie The AA und SimplyCook haben sich schnell an den Checkouts vieler bekannter Unternehmen platziert und zahlen dabei nur für tatsächliche KundInnen.

Wenn du mehr darüber erfahren möchtest, wie das in einem Affiliate-Programm funktioniert – sei es als Akquisekanal oder als Möglichkeit, über Markenpartner-Prämien zusätzlichen Umsatz zu generieren –, findest du hier weitere Informationen.

7. China als wichtigster „Markt im Fokus“ für 2026

Mit Blick auf die Wachstumsmärkte 2026 argumentiert Max besonders überzeugend für China.

Trotz der starken Betroffenheit durch US-Zölle auf Importe bis 800 US-Dollar macht der rasche Erfolg seiner Direct-to-Consumer-Marken in vielen Auslandsmärkten deutlich, wie groß die Nachfrage der VerbraucherInnen nach preisgünstigen Produkten ist.

Max erwähnt, dass chinesische Advertiser viel in Paid Social gesteckt haben, um neue Märkte zu erschließen. Er sieht „ganz klar“ dieselbe Entwicklung im Affiliate-Bereich, bei der Advertiser weltweit mit Publishern kooperieren, um ihre Reichweite auszubauen.

8. GEO nagt langsam, aber sicher an SEO

Bitten wir den professionellen Support um gewagte Prognosen für das kommende Jahr, landet die Diskussion schnell wieder bei KI. In Bills Fall gab es noch eine weitere schlechte Nachricht für eine der größten Traffic-Quellen:

„Ich gehe davon aus, dass Google weiter stark in KI investieren wird, wodurch SEO im Affiliate-Bereich weniger relevant sein wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass GEO (Generative Engine Optimization) keine zentrale Rolle im Affiliate-Universum spielen wird.“

Publishern wurde bereits empfohlen, ihre Websites zukunftssicher zu machen, indem sie alternative Traffic-Quellen berücksichtigen und tracken. Dank unserer Integration mit wecantrack ist das auf Awin deutlich einfacher, da die Lösung Daten aus mehr als 350 Affiliate-Netzwerken und Marketingplattformen zusammenführt und Publishern wertvolle Insights zur Diversifizierung ihrer Besucherakquise liefert.

Für 2026 erwartet Bill zwar keine vollständige Ablösung von Traffic-SEO durch GEO, geht aber davon aus, dass sich der Trend im nächsten Jahr klar zuspitzt.

Möchtest du die komplette Liste mit Prognosen inklusive ausführlicherer Analysen zu jedem Punkt? Hör dir die Affiliate-Trend-Specials des Awin-Win Marketing Podcast für das Vereinigte Königreich und die USA und für ganz Europa an.